Die Burg Czocha (Zamek Czocha) entstand ab der Mitte des 13. Jahrhunderts, als Wenzel I. von Böhmen um 1241–1247 den Bau auf einem Felsvorsprung aus hartem Gneis über der Kwisa anordnete. Das älteste erhaltene Element ist der Bergfried – der hohe runde Turm im Herzen der Burg, um den sich im Laufe der Jahrhunderte Mauern, Säle und Höfe rankten.
Zwischen 1389 und 1453 wechselte die Burg durch die Familien von Dohna und von Kluks, bevor sie 1453 an die Familie Nostitz fiel, die sie rund 250 Jahre lang besaß und 1525 sowie erneut 1611 umgestalten ließ. Am 17. August 1793 zerstörte ein Brand große Teile der Anlage – über ein Jahrhundert lang stand Czocha nur notdürftig instand gesetzt.
1909 kaufte der Dresdner Zigarrenfabrikant Ernst Gutschow die Burg und beauftragte den Berliner Architekten Bodo Ebhardt mit dem Wiederaufbau. In den 1910er Jahren und inspiriert von einem Gemälde der Burg aus dem Jahr 1703 verlieh Ebhardt Czocha die romantische Märchensilhouette – Türmchen, Zugbrücke und Zinnen –, die Besucher heute fotografieren. Nach 1952 übernahm die polnische Armee die Burg als Militärerholungsheim, und Czocha wurde stillschweigend von offiziellen Landkarten getilgt.
Seit September 1996 ist Czocha als Hotel, Tagungszentrum und Besucherattraktion öffentlich zugänglich. Die Führung durch die Säle – Rittersaal, Marmorsaal, Bibliothekssaal, Porträtsaal und das Fürstengemach – führt an historischen Wandmalereien, Renovierungsentdeckungen und einer Ausstellung militärischer Kommunikationsgeräte aus der Zeit der Volksrepublik Polen vorbei, bevor es hinauf zum Aussichtsturm geht mit Blick auf die Kwisa und die Wälder – am spektakulärsten im Herbst. Geheimgänge und verborgene Räume, zahlreiche Filmauftritte und das Live-Rollenspiel „College of Wizardry“ machen Czocha zu einer der stimmungsvollsten Burgen Polens.